Von Bäumen und Menschen

Bäume haben die Menschheit schon immer fasziniert. Oft sind es beeindruckende Persönlichkeiten, deren Schicksale und Geschichte Ausdruck finden in ihrer Körperform - ähnlich wie bei uns selbst.

Vielleicht liegt es auch daran, dass unsere direkten Vorfahren Bäumen als sichere Zuflucht und Lebensgrundlage genutzt haben?

Vielleicht ist es auch das Mystische, was gerade die großen und alten Baumveteranen umgibt? Viele Religionen sehen in Bäumen den Sitz von Gottheiten, den Quell des Lebens oder den Ursprung der Weisheit.

sog. 1000 jährige Eiche im Sauerland

Fest steht, dass ein alter Baum viele Generationen von Menschen kommen und gehen sah. Oft tragen sie noch Spuren aus Zeiten, an welche sich kein Lebender erinnern kann, und über welche wir nur in den Geschichtsbüchern Informationen finden. Ein derart langes Leben ringt vielen unter uns großen Respekt und Bewunderung ab und regt unsere Fantasie an. Es ist wohl keine Legende, dass auch hier bei uns fast 1000jährige Exemplare zu bestaunen sind.

malerische Stiel-Eiche

Platanenallee Tübingen

In früheren Zeiten lebten und planten die Menschen mit Bäumen, da ein direktes Abhängigkeitsverhältnis bestand. Jede Behausung war mit Bäumen und Hecken umstanden. Schützten diese doch im Winter vor eisigen Winden und spendeten im Sommer angenehme Kühle. In einigen Regionen stellten Hofbäume im Brandfall auch die erforderlichen Bauholzreserven. Es gab viele Gründe, warum der Mensch seine Bäume schützte und sie umsorgte.

 

 

Heute meinen viele Menschen weitestgehend unabhängig geworden zu sein von Bäumen. Dies gilt speziell in den großen Ballungszonen unsere zivilisierten Welt. Oftmals haben sie dort nur noch eine einzige Aufgabe. Sie sollen zur ästhetischen Gestaltung der Siedlungsgebiete beitragen und eventuell noch verkehrslenkende Funktionen übernehmen. Stadtbäume haben heute keine direkten Besitzer mehr, ihre Menschen sind ihnen abhanden gekommen.

Folge dieser traurigen Entwicklung ist, dass sich das Verhältnis von Menschen zu Bäumen gravierend geändert hat. Bäume werden leider oft nur noch über die Arbeit und Schäden definiert, welche sie verursachen. Angefangen beim herbstlichen Laubfall, über verstopfte Dachrinnen, beschädigte Rohrleitungssysteme, zerstörte Asphaltdecken, Verschattung von Fensterfronten und Gartengrundstücken, verdreckte Autos und leider auch schon mal wegen schwerster Unfälle. Ausdruck einer engstirnigen Denkweise, welche der Komplexität des Lebewesens Baum bei weitem nicht gerecht wird. Bäume und vor allem alte Bäume gehören in unsere Siedlungsgebiete wie alte Menschen. Erinnern uns beide doch daran wie kurz, bedeutungslos und vergänglich das Leben sein kann, und wie schnell das eigene Dasein überschätzt wird.

In einer immer anonymer werdenden Welt verdienen Bäume unseren größten Respekt und unsere aufmerksame Fürsorge. Sie beleben nicht nur deprimierend langweilige Straßenzüge und Wohngebiete, kühlen Straßenschluchten ab, binden Staub und gestatten tierisches Leben im Kleinformat, vielmehr stehen sie auch heute noch als Mahnmal für die Beständigkeit und Langlebigkeit einer allseits durch den Menschen bedrohten Natur. In unserer Lebensweise sollten wir uns ein Beispiel an Bäumen nehmen, denn es könnte sonst sein, dass sie die Menschheit lange überdauern werden. Dann werden wir nur noch Spuren an ihren Körperteilen sein.

 

 

 

 

500 jährige Stiel-Eiche, welche sich weder um Verkehrssicherungspflicht noch um Baumpflege kümmern muß.

 

 

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