Baumpflege 

 

Fachlich korrekt ausgeführte Baumpflege auf der Grundlage der ZTV-Baumpflege („Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege und Baumsanierung“, Herausgeber: Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V., Bonn 2002) sorgt für ein langes Baumleben unter der Voraussetzung der erforderlichen Verkehrssicherheit.

Baumpflege sollte bereits im Jungbaumalter einsetzen, da Schnittmaßnahmen zur Erziehung stabiler Kronenformen unter Einhaltung der erforderlichen Lichtraumprofile in diesem Alter vom Baum gut verkraftet werden können. Das liegt an der maximalen Vitalität und Wuchsleistung gesunder Jungbäume. Früh einsetzende Schnittmaßnahmen am Kronenastwerk verursachen zudem nur verhältnismäßig kleine Wunden, da die Aststärken noch gering sind. So hat der Baum alle Möglichkeiten, effektiv auf Verletzungen mit Wundverschluß und Abschottungsprozessen zu reagieren.

 

 

zu späte Aufastung an Eiche

typischer Baumfrevel eines Landesstraßenbauamtes

 

 

Häufig ist es allerdings so, dass aufgrund unzureichender Lichtraumprofile oder statisch ungünstiger Ast- und Stämmlingsanbindungen Pflegemaßnahmen erst bei älteren Bäumen beginnen. Die Aufastung von Straßen- und Alleebäumen setzt oftmals viel zu spät ein. Viele große Wunden, dazu noch in der Zeit der Vegetationsruhe (nur ganz eingeschränkte Möglichkeit zum Wundverschluß), sind das Ergebnis solcher Pflegeintervalle. Potentielle Problembäume werden so „heran gepflegt“. Umfassende Holzfäulen sind unausweichlich und beeinträchtigen später dann letztendlich massiv die Verkehrssicherheit.

 

 

 Baumfrevel an Linde

 

 

 

Viele stattliche alte Bäume sind in den letzten Jahrzehnten aus unseren Siedlungsgebieten verschwunden, da sie nicht mehr die Anforderungen an die Verkehrssicherheit erfüllen konnten. Auch heute sieht man noch vielfach wie an alten Bäumen massive Sägearbeiten unter dem Deckmantel der Kronenpflege durchgeführt werden. Dass ein derartiges fachlich nicht zu verantwortendes Arbeiten das Baumleben um viele Jahrzehnte verkürzen kann, wird aus Unwissenheit häufig überhaupt nicht realisiert. Gerade die Baumpflege an alten und weniger vitalen Bäumen erfordert absolutes Spezialwissen über statische Belastungskriterien, Reaktionsvermögen und Abschottungskräfte der verschiedensten Baumarten und Einzelindividuen.

 

 

Seilklettertechnik - dort wo der Hubsteiger 

nicht eingesetzt werden kann  

 

 

 

 

 

Oftmals ist der Einsatz intelligenter und verletzungsfreier Kronensicherungssysteme die einzige Möglichkeit Baumveteranen auch für die nächsten Jahrzehnte in ihrer Ausdruckskraft verkehrssicher erhalten zu können. Viele verstümmelte Exemplare zeigen, dass auf dem Feld der Baumpflege noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist. Ein Baum ist nun einmal kein Stück toter Holzmaterie an dem nach Belieben herum geschnitzt werden kann. Aber gerade in Zeiten öffentlich leerer Kassen nimmt das „Herumgeschnitze“ wieder erschreckende Formen an.

 

 

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